Es ist Zeit – Anmerkungen zum Münchner Kreativquartier

  •  Fast alle kreativen Nutzungen auf dem Gelände sind durch erhebliche Initiative der Nutzer – gegen den wiederholten Widerstand der Verwaltung – aber vielfach mit Unterstützung der Stadtratsfraktionen entstanden.
  • Dort wo Nutzer die Initiative nicht ergriffen haben, ist entweder nichts passiert oder aber es sind vom Hausmeister oder dem Kommunalreferat in Eigenregie und zum Teil regelrecht unter Geheimhaltung Vermietungen entstanden (Autowerkstätten, Lager, Abbruchfirmen, gegen den Flächennutzungsplan verstoßende Nutzungsvereinbarungen, Vermietungen durch das Kommunalreferat die dann zum Teil durch das Sozialreferat wieder teuer zurück gemietet werden müssen).
  • Die Verwaltung hat in den letzten Jahren den Prozess zwar mit massivem Einsatz von Workshops und Werbemitteln versucht die Öffentlichkeitswirkung zu kanalisieren und voran zu treiben, die Ergebnisse konkret dieser Bemühungen sind aber überschaubar. Tatsächlich ist das doppelgesichtige Bild des Proklamierens eines Kreativquartiers auf der einen Seite und dem konstanten Ausbremsen auf dem Gelände dauerpräsent.
  • Die Zwischennutzung im Rahmen der nächsten zwei Jahre wird von der Verwaltung komplett intransparent gehandhabt. Information und Kommunikation findet weitgehend nicht statt.
    Auch beim über die zwei Jahre hinaus gehenden Transformationsprozess und der zukünftigen Nutzung der Jutier- und Tonnenhalle sind die Nutzer nicht eingebunden. Der Wettbewerbsprozess „Kreativen Raum schaffen“ war als Bürgerbeteiligung ungeeignet und hat als einziges Ergebnis zahlreiche engagierte Köpfe aus Kunst und Kreativwirtschaft verprellt. Die Verwaltung versucht wie bei der Zwischennutzung das Heft in der Hand zu halten und ein ähnlich hinderlicher Einfluss ist zu befürchten.
  • Insbesondere folgen die Referate in Ihrer Arbeit erkennbar nicht den Zielsetzungen des Grundlagenbeschluß des Stadtrates von Mitte 2013, sondern setzen ihre eigene undurchschaubare Agenda.
  • Sinnvoll wäre alleine einer aus dem Kreis der entstandenen Nutzergemeinschaft (verstärkt durch Mitglieder der Stadtratsfraktionen) gebildeten Raumagentur die Verwaltung über die kompletten Räumlichkeiten des Geländes zur Zwischennutzung zu überlassen.
  • Zusätzlich sollten Initiativen aus dem Kreis der Nutzer, die sich aktiv in den über zwei Jahre hinausgehenden Transformationsprozess einbringen wollen (zB mit Genossenschaften), unterstützt werden.
  • Allen auf dem Gelände beteiligten Initiativen sollte freier Zugang zu allen Plänen und Bestandsuntersuchungen gewährt werden, damit von dort realisierbare Pläne vorgeschlagen und umgesetzt werden können.
  • Temporäre Duldung ist für Künstler in dieser Stadt kein akzeptabler Status. Es ist Zeit denen die Gestaltungsfreiheit zu geben, die handeln wollen und sich bewegen können. Verlässliche Verträge und vernünftige Planungszeiträume sind dafür Grundvoraussetzung.

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.